Ostern in den Bergen – was koche ich für die Gäste in der Villa Izydor

22.03.2026

Was koche ich zu Ostern?

Ostern in Kościelisko ist für mich mehr als nur Feiertage in den Bergen. In der Villa Izydor bereite ich sie so zu, wie man es früher gemacht hat – ohne Eile, mit gutem Essen und echter Tradition. Jedes Jahr koche ich für die Gäste Sauermehlsuppe auf Molke, backe Kuchen am Karsamstag und achte darauf, dass unser Ostertisch ein heimeliges Flair hat.

Wie sieht Ostern in Kościelisko aus? Ich erzähle, was ich für die Gäste in der Villa Izydor koche und welche Traditionen wir in den Bergen pflegen.

Bei mir gibt es keine zufälligen Gerichte. Jedes hat seinen Platz, seine Geschichte und seinen Sinn. Und jedes muss so schmecken, wie ich es aus meiner Kindheit erinnere.

Sauermehlsuppe auf Molke. Nur auf Molke.

Die ostertliche Sauermehlsuppe mache ich ausschließlich auf Molke.

Nicht auf Brühe.
Nicht „halb und halb“.
Kein Kompromiss.

Nur auf Molke.

Denn genau sie verleiht den echten sauren Geschmack – leicht scharf, deutlich, tiefgründig. Ohne sie ist die Sauermehlsuppe brav. Und eine ostertliche Sauermehlsuppe darf nicht brav sein.

Aber es gibt noch etwas.

Für unsere Sauermehlsuppe verwenden wir sehr viel frisch geriebenen Meerrettich.

Wirklich viel.

Nicht aus dem Glas. Nicht fertig gekauft. Nur frische Wurzel, kurz vor dem Servieren gerieben. Sie verleiht die Schärfe, die leicht in der Nase brennt und dafür sorgt, dass die Sauermehlsuppe nach dem Winter besser weckt als Kaffee.

Und hier beginnt unsere kleine Ostertradition.

Wir ziehen immer aus, wer den Meerrettich reiben darf.

Denn jeder weiß, dass das eine Aufgabe für Mutige ist.

Die Augen tränen, die Nase brennt, es wird intensiv in der Küche… aber der Spaß dabei ist riesig. Manchmal erwischt es Jan, manchmal mich, manchmal versucht jemand sich zu drücken.

Die Gäste fragen oft, ob das wirklich einen so großen Unterschied macht.

Das tut es.

Denn frischer Meerrettich schärft nicht nur den Geschmack. Er verleiht der Sauermehlsuppe Charakter. Er macht daraus keine zarte Festtagssuppe, sondern echtes, podhalanisches Ostern in der Schüssel.

Und wenn ich dann sehe, wie ein Gast nachnimmt, weiß ich, dass die Tränen beim Reiben es wert waren ????

Weiße Wurst mit Apfel und Zwiebel

Ich koche sie nicht im Wasser.

Ich backe sie mit Apfel und Zwiebel, langsam, bis der Apfelsaft leicht karamellisiert und die Zwiebeln weich und süß werden.

Diese Kombination ist einfach, aber ausgesprochen festlich. Saure Sauermehlsuppe, zarte weiße Wurst und die Süße des Apfels – alles gleicht sich aus.

Ich mag keine überladenen Gerichte. Ostern soll nach Tradition schmecken.

Rührei mit dem Weihkorb – und hier regiert Jan

Am Ostersonntag macht das Rührei nur eine Person.

Mein Mann Jan.

Niemand sonst.

Das ist eine Tradition, die wir seit Jahren nicht verändern. Jan schneidet den Weihkorb – Wurst, Eier, ein Stück Brot, manchmal etwas Meerrettich – und brät alles langsam, ohne Eile.

Die Gäste wissen schon, dass es besser ist, nicht in die Küche zu gehen und nicht zu stören, wenn Jan dort steht.

Dieses Rührei hat mehr als nur Geschmack. Es hat Familie. Es hat Ritual. Es hat Feiertage in sich.

Und ich denke, dass der Gast das spürt.

Karsamstag – Backtag und Weihkorb-Tag

Wir backen die Kuchen am Karsamstag.

Die Küche ist dann lebhaft, es duftet nach Butter, Vanille und Hefe. Die Gugelhupfe gehen ruhig auf, die Käsekuchen kühlen am Fenster. Ich mag diesen Moment – er hat Erwartung in sich.

Aber der Karsamstag ist nicht nur Küche.

Es ist auch die Weihe in unserer schönen Holzkirche
Kirche des Heiligen Kasimir des Königssohns in Kościelisko.

Dieser Ort hat eine außergewöhnliche Atmosphäre. Holz, Licht, Stille. Immer wenn ich mit dem Korb dort hineingehe, spüre ich Ruhe.

Wachwechsel beim Grab – ein besonderer Moment

In unserer Kirche gibt es etwas, das Menschen nicht nur aus Kościelisko anzieht.

Der Wachwechsel beim Grab.

Er ist so repräsentativ und feierlich, dass Bewohner umliegender Ortschaften – und nicht nur sie – anreisen, um ihn zu sehen. Kostüme, Konzentration, Ernsthaftigkeit dieses Moments… das macht wirklich Eindruck.

Jedes Mal bekomme ich Gänsehaut.

Und wenn ich dann zur Villa zurückkehre, weiß ich, dass die Feiertage begonnen haben.

Warum ist das alles für mich wichtig?

Weil Ostern kein Paket ist.

Es ist keine Attraktion.

Es ist ein Ritual. Geschmack. Duft. Menschen am selben Tisch.

In der Villa Izydor möchte ich keine „Hotel-Ostern“ organisieren. Ich möchte, dass der Gast fühlt, wie echtes, podhalanisches Ostern aussieht.

Mit Sauermehlsuppe auf Molke.
Mit Jans Rührei.
Mit der Holzkirche und dem Wachwechsel beim Grab.

Denn ich glaube, dass genau solche Momente am längsten in Erinnerung bleiben.

Basia.